Nun, wer schon mal mit WordPress gearbeitet hat, der wird sicherlich das Problem kennen. Man setzt ein WordPress auf seinem Rechner auf und lässt es auf dem Localhost laufen. Anschließend installiert man das Theme seiner Wahl und beginnt mit der Konfiguration und den Anpassungen, bis das Ergebnis den Vorstellungen entspricht.

Will man das Ganze nun auf eine Liveinstanz portieren, fangen die Probleme an. Alle verwendeten Pfade sind absolut und müssen angepasst werden, um Bilder und Links zum Funktionieren zu bringen.

Diese Anpassung dauert nicht selten noch einmal so lange, wie die Einrichtung auf dem lokalen Rechner.
Manche Themes haben eine Exportmöglichkeit von deren spezifischen Einstellungen. Das nützt uns aber nicht in Bezug auf die Pfade zu den Bildern und den Links.

Eine Möglichkeit der Sache Herr zu werden ist es mit relativen Pfaden zu arbeiten. Hierbei muss man darauf achten, dass man beim Einfügen eines Bildes nicht http://www.example.com/wp-content/uploads/2012/11/bildname.png schreibt, sondern /wp-content/uploads/2012/11/bildname.png.

Somit ist zumindest für Beiträge und Seiten gewährleistet, das Bilder erscheinen und Links funktionieren.
Diese Methode hat allerdings einen Nachteil. Die Pfade sind lediglich in den Posts und in den Seiten korrekt. In der WordPress Datenbank stehen immer noch die absoluten Pfade, was es extrem aufwendig macht hier fehlerlos zu bleiben.
Außerdem, wer will schon immer zwischen WYSIWYG und Texteditor hin und her springen, nur um ein Bild einzufügen? Mal abgesehen davon, dass diese Methode nicht wirklich benutzerfreundlich für Nichtprogrammierer ist.

Einfacher ist es, wenn man die WordPress Datenbank vom Localhost exportiert und durch einen Texteditor mit Suchen- und Ersetzenfunktion jagt, um die Pfade anzupassen. Und das geht so…

1. WordPress Datenbank exportieren

Tools zum Einlesen eurer WordPress Datenbank gibt es zu Hauf. Ich werde euch die Vorgehensweise mit dem Tool phpMyAdmin zeigen. Dabei handelt es sich um ein Standardtool, was bei den meisten Hostern bereits installiert ist.

Loggt euch also in euren Hosting-Account ein und öffnet die entsprechende Datenbank mit phpMyAdmin. Der Startbildschirm kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aussehen, bei mir erblickt man folgendes Bild:

wordpress_datenbank_umziehen_auf_andere_domain_01

Startbildschirm phpMyAdmin

 

Auf der linken Seite sehen wir die von WordPress angelegten Tabellen, die je nach dem wie viele Plugins ihr installiert habt, in ihrer Anzahl variieren können.
Auf der rechten Seite befindet sich die Datailansicht und darüber die Hauptnavigation mit den unterschiedlichen Optionen.
Uns interessiert als erstes die Funktion „Exportieren“. Mit einem Klick darauf gelangt man zu folgender Maske.

wordpress_datenbank_umziehen_auf_andere_domain_02

Datenbank Export – phpMyAdmin

 

An dieser Stelle benötigt man keine weiteren Einstellungen. Das Format sollte „SQL“ sein und als Art des Exports wählen wir „Schnell“. Ein Klick auf „OK“ lässt uns den Ort auf dem Rechner aussuchen, wo die exportierte WordPress Datenbank gespeichert werden soll.

2. WordPress Datenbank mit einem Texteditor bearbeiten

Texteditoren gibt es viele und es ist in diesem Fall relativ egal welchen ihr benutzt. Die Hauptsache ist, dass der Editor eurer Wahl eine komfortable Suchen- und Ersetzenfunktionalität mit sich bringt.
Der Editor meiner Wahl ist Brackets und die folgenden Schritte werden damit erläutert. Das Ganze funktioniert aber wie gesagt auch mit anderen Tools.

  1. Öffnet die *.sql Datei mit dem Editor.
  2. Öffnet den suchen und ersetzen Dialog (bei Brackets Strg+H, bzw. Cmd+H auf dem Mac).
  3. Lasst das Programm nach der URL eures lokalen Rechners suchen (z. B. http://localhost/example) und ersetzt sie mit der eures Livesystems (z. B. http://www.example.com).
  4. Speichert die Datenbank unter dem selben Namen ab.

Wichtig an dieser Stelle ist es, dass die WordPress Datenbank auf dem Livesystem und auf dem lokalen Rechner den selben Namen haben. Das verhindert später Konflikte beim Importieren.

3. WordPress Datenbank importieren

Nachdem die Datenbank nun mit den korrekten Pfaden ausgestattet ist, können wir sie in die Liveinstanz importieren.
Hierfür öffnen wir die entsprechende Datenbank auf dem Livesystem mit phpMyAdmin und klicken auf die Option „Importieren“. Die Dialogmaske sieht dan in etwa so aus:

wordpress_datenbank_umziehen_auf_andere_domain_03

Datenbank Import – phpMyAdmin

 

Auch hier kann alles auf den Standardeinstellungen gelassen werden. Das Einzige was hier zu tun ist, ist die Datei die importiert werden soll auszuwählen und den Dialog mit „OK“ zu bestätigen. Nach einer weiteren Bestätigung unseres Vorhabens wird die aktualisierte Datenbank eingespielt und einsatzbereit gemacht.

Wenn alles gut gelaufen ist, dann haben wir nun alle korrekten Pfade zu unseren Bildern und Links in der Liveinstallation von WordPress.

Viel Erfolg.